Ein Fahrzeug im permanenten Sport-Modus verbraucht mehr Kraftstoff als nötig. Für Cloud-Plattformen gilt dasselbe: Betriebsmodell und Rechenleistung müssen zur tatsächlichen Last passen. ITM Consulting hat deshalb die Databricks-Umgebung für die SAP LeanIX-Integration eines führenden deutschen Automobilherstellers neu ausgerichtet. Innerhalb von fünf Monaten sanken die monatlichen Kosten von rund 24.000 auf 123 US-Dollar.
01 Ausgangslage
Funktional zuverlässig, wirtschaftlich nicht optimiert
Databricks verarbeitete Integrationen, Automationen, Skripte und Webhooks für eine SAP LeanIX-Landschaft mit 22 Fact-Sheet-Typen und mehr als 240.000 Fact Sheets. Fachlich funktionierte die Umgebung. Es fehlte jedoch ein übergreifendes Konzept dafür, welche Workloads überhaupt auf Databricks ausgeführt werden mussten, wie sie sich bündeln ließen und welche Rechenleistung sie tatsächlich benötigten. Die Folge waren monatliche Kosten von rund 24.000 US-Dollar.
Der Kunde hatte ein jährliches Einsparziel von 150.000 US-Dollar festgelegt. Um es zu erreichen, genügte es nicht, einzelne Cluster kleiner zu konfigurieren. Zuerst musste geklärt werden, welche Verarbeitung SAP LeanIX selbst übernehmen konnte. Anschließend ließ sich die verbleibende Databricks-Kapazität gezielt dimensionieren.
02 Vorgehen
Erst Workloads verlagern, dann Compute optimieren
Phase 1: Workloads zurück auf SAP LeanIX verlagern
ITM Consulting prüfte sämtliche Integrationen, Automationen, Skripte und Webhooks. Aufgaben, die sich mit nativen SAP LeanIX-Funktionen wie Automationen, Calculations oder geplanten Connectoren abbilden ließen, wurden aus Databricks zurück auf SAP LeanIX verlagert.
Die verbleibenden Workloads wurden konsolidiert. Wo es fachlich sinnvoll war, ersetzten zeitgesteuerte Ausführungen die eventgesteuerte Verarbeitung. Schlankere Trigger-Events und Payloads verringerten außerdem die Zahl und den Umfang der Verarbeitungen. Diese erste Phase senkte die ursprünglichen Kosten um 77 %.
Phase 2: Verbleibende Databricks-Kosten um weitere 98 % senken
Für die noch benötigten Databricks-Workloads passte ITM Consulting den DBU-Verbrauch und die Cluster-Konfiguration an die tatsächliche Last an. Die Rechenleistung wurde auf das niedrigste Niveau reduziert, das einen stabilen Betrieb gewährleistet.
Das Right-Sizing senkte die nach Phase 1 verbliebenen Kosten um weitere 98 %. Aus beiden Phasen ergibt sich die Gesamtreduktion von 99,5 %.
Kostenentwicklung kontinuierlich überwachen
Databricks-Dashboards zeigen Nutzung und Kosten fortlaufend. Abweichungen werden früh sichtbar, und die Umgebung kann bei neuen Anforderungen erneut angepasst werden. So bleiben die Einsparungen langfristig erhalten.
Die größte Einsparung entstand nicht durch kleinere Cluster allein. Entscheidend war, unnötige Databricks-Workloads zu vermeiden und die verbleibende Rechenleistung präzise zu dimensionieren.
03 Ergebnis
Von rund 24.000 auf 123 US-Dollar pro Monat
Nach fünf Monaten lagen die monatlichen Databricks-Kosten bei 123 US-Dollar. Gegenüber dem Ausgangswert von rund 24.000 US-Dollar entspricht das einer Reduktion um 99,5 %. Bleibt dieses Kostenniveau stabil, ergibt sich daraus ein jährliches Einsparpotenzial von rund 287.000 US-Dollar.
Auch die Architektur ist heute schlank und klar. SAP LeanIX übernimmt alle Aufgaben, die sich dort nativ abbilden lassen. Databricks bleibt den Workloads vorbehalten, die externe Rechenleistung benötigen. Das reduziert Komplexität und erleichtert die laufende Kostensteuerung.
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